SCHREIBORTE

Meine SCHREIBZEIT verbringe ich tatsächlich an verschiedenen Orten. Jedoch überwiegend bei uns im Haus und im Garten. Während ich meine Ideen an allen möglichen Orten ins Notizbuch kritzele, brauche ich für meine SCHREIBZEITEN grundsätzlich RUHE und STILLE. Nicht immer einfach inmitten des pulsierenden Lebens einer Großfamilie, aber dennoch machbar. Mein Kinderbuchdebüt DAS KAMUFFLON schrieb ich im Sommer 2016 während des Mittagsschlafs meiner Tochter auf der Türschwelle unserer Terrasse, die damals noch nicht fertig war und somit aus aufgeschüttetem Geröll bestand. Mittags war es dort immer leise. Ich hörte lediglich die Vögel zwitschern. Die Fortsetzung vom Kamufflon - DAS KAMUFFLON TRIFFT DAS KLEINE IMMERGRÜN – schrieb ich abends, während meine beiden Kinder schliefen, am Esszimmertisch. WICHTEL SVERRE – AUF DER SUCHE NACH SEINER GEHEIMEN ZAUBERKRAFT schrieb ich abends am Esszimmertisch, während meine drei Kinder schliefen. Der Kamin brannte und mein Mann überlies mir den Raum in aller Stille. Lediglich das Knistern des Kaminholzes und Klacken der Tastatur gaben Geräusche in die Stille ab. Wenn es ganz leise ist, kann ich tatsächlich am besten schreiben und ich mag es an unserem Esszimmertisch zu sitzen. Unserem Familientreffpunkt Nummer eins.

Der Ort, an dem wir zusammen kommen, uns vom Tag erzählen, diskutieren, lachen, streiten, versöhnen, plaudern und schweigen. Der Ort an dem wir, essen, basteln, backen, malen, kneten und schreiben. Abends wird dieser Ort leer und still zugleich. Ich kann meine Schreibsachen ausbreiten und habe den ganzen weiten Raum um mich herum. Das mag ich sehr. Die Fortsetzung von WICHTEL SVERRE habe ich tatsächlich an drei Orten im Haus geschrieben: Am Esszimmertisch, im Arbeitszimmer und in meiner Leseecke. Das Arbeitszimmer und die Leseecke habe ich mir im vergangenen Jahr gemütlich gemacht. Da lässt es sich nun also auch wunderbar schreiben. Nach wie vor überwiegend abends. Hin und wieder schreibe ich auch mal vormittags an meinem freien Tag in der Woche. Wahrscheinlich werde ich den dritten Teil von WICHTEL SVERRE dieses Jahr bereits schreiben, ganz gleich, wann Teil 2 veröffentlicht wird. Denn irgendwie stecke ich mitten drin, in dieser Wichtelwelt.

Da wir nun auf den Sommer zugehen, werde ich mit Sicherheit das eine oder andere Mal auf unserer mittlerweile fertigen Terrasse schreiben. Abends, wenn die Grillen zirpen, die Züge durch den Ort rattern und die Glühwürmchen um mich herum schwirren. Das stelle ich mir wunderbar vor. Denn draußen schreibe ich auch gerne. Draußen fühle ich mich frei und zum Schreiben braucht es freie Gedanken. Und auch dort kehrt abends nach einem lauten, wilden, nassen und eisbekleckerten Tag mit den Kindern die Stille ein.

Welche Rituale ich beim Schreiben habe und wie ich mich in Schreibstimmung bringe, das verrate ich euch ein anderes Mal.

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